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MIGRATIONSBERATUNG
 

Unter Migration versteht man im Rahmen der Informationstechnik den Umstieg eines wesentlichen Teils der eingesetzten Software beziehungsweise den Transfer von Daten aus einer Umgebung in eine andere, sowie die Umstellung von Hardware einer alten Technologie in neue Technologien unter weitgehender Nutzung vorhandener Infrastrukturen.

Die häufig eng miteinander zusammenhängenden Prozesse lassen sich in Softwaremigration und Datenmigration aufteilen.

- Diese Umstellung kann Probleme bereiten.




 
 

Softwaremigration

Ähnlich der Portierung von Computerprogrammen, versteht man unter einer Migration den Wechsel eines wesentlichen Teils der in Unternehmen eingesetzten Software von einem Programm zum anderen.
Die Migration geht über einen einfachen Update bzw. Upgrade hinaus und bezeichnet vielmehr einen grundlegenden Wechsel der Software-Infrastruktur.

Beispiele für eine Software-Migration ist der Umstieg vom Microsoft Betriebssystem Windows auf Linux oder von Unix auf Windows. Aber auch der Umstieg von einer alten AS/400 auf Windows wäre eine Migration. Eine Teilmigration dagegen wäre es, eine AS/400 so zu partitionieren, dass OS/400 und Linux gleichzeitig darauf laufen und Software aus beiden Welten auf nur einem Server genutzt werden können.

Eine Migration ist es auch, wenn von einem Major Release auf das nächst höhere des selben Softwareanbieters umgestellt wird. Industriekunden, die noch ein altes SAP R/2-Informationssystem in Betrieb haben und auf SAP R/3 oder mySAP wechseln wollen, stehen vor einer anspruchsvollen Aufgabe.
Derartige Migrationen sind mitunter extrem schwierig und können auch scheitern.




 

Datenmigration

Die Migration von Daten kann sowohl die Dateiformate als auch die internen Strukturen (Schemata) betreffen. Im ersten, deutlich einfacheren Fall spricht man auch von Konvertierung (Informatik), im zweiten ist eine Form von Schema Matching notwendig.




 

Hardwaremigration

Die Migration bestehender Systeme auf neue Hardware wirft in etwa dieselben Problem auf, wie rein Softwareseitige Migration, und ist über Schnittstellentreiber meist zwangsläufig mit einer gewissen Softwaremigration verbunden. Datenmigration wird dabei tunlichst vermieden.
Beispiel: Übergang einer klassischen Ethernet-Technologie in eine ATM-Technologie unter Beibehaltung der strukturierten Verkabelung




 

Anforderungen an eine Migration

Eine Migration muss, um erfolgreich zu sein, mindestens den folgenden Anforderungen gerecht werden:




 
ununterbrochenen, sicheren, zuverlässigen Betrieb garantieren: Ausfälle zentraler Systeme wie betrieblicher Informationssysteme kann eine Unternehmung nicht über längere Zeit verkraften, auch kürzeste Ausfälle führen zu (finanziellen) Verlusten.
so viele Änderungen durchführen, wie es notwendig erscheint, um aktuelle und zukünftig erwartete Anforderung abzudecken: hierdurch wird erreicht, dass nicht bereits kurz nach Fertigstellung der Migration das neue System angepasst werden muss, und unter Umständen eine weitere Migration ansteht.
so wenige Änderungen wie möglich durchführen, um den Umfang und das Risiko der Migration zu verringern: je komplexer eine Migration ist, desto höher ist die Fehlergefahr, die Komplexität einer Migration steigt mit der Anzahl der durchgeführten Änderungen.
alten Code so wenig wie möglich abändern, um Risiken zu minimieren: solange der Code funktioniert und keine neue Funktionalität notwendig ist, sollte er übernommen werden, wie er ist, bzw. nur minimale Änderungen durchgeführt werden, da Änderungen zwangsweise auch Fehler in der Implementierung nach sich ziehen. Dieses Prinzip wird jedoch meist nicht angewendet, da das ganze System ohne Übernahme von Code neu entwickelt wird.
alten Code soweit abändern, dass er die Migration unterstützt: wenn durch Änderungen mit vertretbarem Aufwand am Code die Migration vereinfacht wird, sollte dies gemacht werden.
möglichst große Flexibilität einbauen, um zukünftige Änderungen zu erleichtern: beispielsweise durch die Kapselung der Funktionen und Bereitstellung eines APIs (Application Programming Interface) können zukünftige Entwicklungen und Anpassungen erleichtert werden.
mögliche negative Auswirkungen der Änderungen minimieren: bei allen Änderungen am System sollte geprüft werden, ob diese Änderungen noch mit dem System verträglich sind, um hierdurch bereits frühzeitig Fehlentwicklungen vorzubeugen.
den Nutzen moderner Technologien und Methoden maximieren: hierdurch wird zum einen eine zukünftige Anpassung leichter, zum anderen lassen sich Systemwerte, die zur Entscheidung für eine Migration, beispielsweise Performanz, Datendurchsatz, positiv beeinflussen.



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